Studieren in der Karibik - Trinidad & Tobago

Freitag, November 03, 2006

Trinidad & Tobago Allgemein

Nachdem ihr ja vielleicht schon einiges auf den Verlinkungen über T&T erfahren habt möchte ich noch mein eigenes Bild über dieses Land beschreiben.

Das Wetter
Das ist ja meistens das erste was die Leute interessiert. Ich bin ja in der Karibik und es ist hier gerade Regensaison. Das Land besitzt nur zwei Jahreszeiten die Regenzeit (ca. Juli bis Dezember) und die Trockenzeit (ca. Januar bis Juni). In meinen Augen kann man die Regenzeit nicht wirklich als Regenzeit bezeichnen, OK es regnet hier ab und zu aber im Allgemeinen ist es hier in des gesamten Regenzeit besseres Wetter als im ganzen Sommer in Deutschland. Es regnet manchmal und dann auch um einiges heftiger als dass was wir zu Hause kennen, aber meistens dauert dies nur 2 oder 3 Stunden und danach strahlt wieder die Sonne. Nach einem Regenschauer wird es auch verdammt schnell wieder trocken. Nach meinem Gefühl regnet es vielleicht an 4 von 7 Tagen. Manchmal regnet es auch den ganzen Tag, dann ist aber die nächsten Tagen kein Tropfen mehr zu sehen hier. Die Temperaturen sind eigentlich so wie man sie sich in der Karibik vorstellt zwischen 25 und 30 Grad. Ich habe mich aber mittlerweile daran gewöhnt und keine wirklichen Probleme damit...
Eigentlich bin ich wirklich froh, dass ich in der Regenzeit hier bin, da es etwas abwechsulkungsreicher ist und zudem grünt und blüht es hier auch in Hülle und Fülle. Insgesamt vermittelt die Pflanzenwelt momentan ein sehr schönes Bild!

Die zwei Seiten von Trinidad und Tobago
In meinen Augen gibt es zwei sehr stark unterschiedliche Seiten in T&T. Wie so oft die Arme und die Reich Seite. Die Reichen Leben hier quasi wie in Europa oder den USA, mit den europäischen Autos, den Einkaufs-Malls etc. Auf der anderen Seite die normalen bis ärmeren Einwohner die den größten Teil der Bevölkerung ausmachen. Und dieses macht das Bild im ganzen aus, aber das ist auch das schöne hier. Die Häuser sind teilweise mehr abgenutzt die Bars sind urig, aber haben eine Menge Stil! Hier an der Uni kann man das ganz gut darstellen, wenn ich die Straße vor dem Uni-Gelände in Richtung Westen laufe kommt dort der Supermarkt "HiLo", der mich komplett an Europa oder die USA erinnert, hier kann man alles kaufen was man von zu Hause auch kennt, es ist sehr sauber etc. Wenn ich die Straße in Richtung Osten Laufe geht man in den Ort Tunapuna hier ist denn eher das Bild was ich mir von T&T bzw. Mittelamerika eher vorstelle, viele kleine Geshäfte die es nicht ganz so mit der Ordnung und Qualität haben, einen Markt auf dem nicht unbedingt jeder Deutsche einkaufen gehen würde, Bars in denen die Einheimischen "limen" etc. und einige Personen die recht heruntergekommen durch die Gegend laufen, man muss es sich einfach mal angucken. Aber genau dieses sind die Dinge warum ich hier hergekommen bin, einfach mal eine andere Kultur kennen lernen die sich nicht komplett der europäischen Kultur ähnlet.
Bisher war ich zwar noch nicht auf Tobago, habe aber schon eine Menge davon gehört. Tobago ist das Urlaubsparadies, hier soll weniger Kriminalität, weniger Armut, mehr Umweltbewusstsein, etc. sein. Ich denke Tobago ist für die Leute die Palmen, Sand und Cocktails sehen wollen, wie im Bilderbuch halt. Wer aber wirklich sehen möchte wie die Menschen hier leben sollte nach Trinidad gehen.

Die Wirtschaft
Dem Land scheint es wirtschaftlich sehr gut zu gehen, da sie sehr viele Einnahmen aus den Gas- und Ölgeschäften haben. Nur habe ich teilweise das Gefühl, dass die noch nicht so ganz gelernt haben wirklich gut mit dem Geld umzugehen und es teilweise in den Wind schießen, nun ja aber dass kennt man ja auch von anderen Ländern... Was aber mit einer gut florierenden Wirtschaft einhergeht ist die Umweltverschutzung und da muss ich ehrlich gestehen haben die überhaupt kein Händchen für. Sowohl im Privatleben als auch beruflich nicht. Das meiste "business" spielt sich hier auf Trinidad ab hauptsächlich um die Hauptstadt Port-of-Spain herum und denn noch im Süden um San Fernando, wo die Öl- und Gasfelder anzufinden sind. Der Rest des Landes ist eher tot.
Irgendwo habe ich gelesen, dass T&T versucht bis 2020 auf dem Stand von einem Weiterentwickelten Land zu kommen. In Anbetracht der aufblühenden Wirtschaft ist das Land auch auf einen guten Weg und bestimmt auch nicht wirklich als totales Entwicklungsland zu bezeichnen, aber zu einem weiterentwickelten Land ist es noch ein sehr weiter Weg. Einige Abschnitte sind bereits sehr fortgeschritten, aber wenn man das Land mal im ganzen betrachtet fehlt es doch noch an enigen Stellen.

Die Kriminalität
Bevor und nachdem man hier ankommt hört man eine ganze Menge über die Kriminalität, dass T&T eher etwas gefährlicher sein soll. In meinem Reiseführer stand im Gegensatz dazu, dass die Personen die ihn geschrieben haben sich nie bedroht gefühlt haben als sie durchs Land greist sind. Nach mittlerweile ein paar Monaten kann ich sagen, dass dies wirklich etwas blauäugig ist. Wenn man nicht gerade für 2 Wochen hier Urlaub macht und einem mit Glück nichts passiert denkt man das vielleicht, wenn man allerdings mal die Zeitungen liest und die Augen aufhält bekommt man ein anderes Bild. Hier an der Uni sollte man nach dem Einbruch der Dunkelheit (c. 18 Uhr) nicht mehr alleine oder in kleinen Gruppen auf die Straße gehen, schon gar nicht wenn man weiß ist. Hierzu ein paar Beispiele: Vor ein paar Wochen sind ein Kanadier und ein US-Amerikaner mit denen ich hier zusammen im Studentenwohnheim wohne zwischen 22 und 23 Uhr zu einem Fast Food Restaurant gegangen und auf dem Rüchweg ca. 500 bis 1000 Meter vor der Uni ausgeraubt worden. Außerdem sind hier in der Uni vor ein paar Wochen 2 Studetinnen auf und 2 Studentinnen in unmittelbarer Nähe vom Uni-Gelände vergewaltigt worden. Man sollte im Auto nichts liegen lassen, da selbst für die einfachsten Gegenstände das Auto aufgebrochen wird, ich kenne einige Personen denen dieses schon passiert ist. Das uni-Gelände hier ist komplett eingezäunt und es gibt eine Campus-Polizei bei der ca. 50 Sicherheitsleute arbeiten, die das Campus-Gelände bewachen. Die meisten Studenten die hier in unmittelbarer Nähe wohnen meiden es mit dem Rad oder zu Fuß zur Uni zu gehen da es einfach zu gefährlich. Die meiste Kriminalität spielt sich aber angeblich in den Banden ab, von denen man als Ausländer nicht unbedingt etwas mitbekommt. Dies bedeutet dass man nur darauf achten muss, dass man nicht ausgeraubt wird. Ich erzähle dies nicht um von T&T abzuschrecken sondern nur um ein Bild zu vermitteln und ich denke wenn man hier zum Urlaub herkommt sollte man so etwas wissen. Passieren wird einem mit großer Wahrscheinlichkeit nichts, aber man sollte nicht zu blauäugig durchs Leben laufen und denken jeder will einem nur das Beste. Das gute ist auch dass ich erkenne, dass der Staat sich der Dinge einigermaßen bewusst ist und versucht etwas dagegen zu tun, aber so eine Kriminalität lässt sich nunmal nicht innerhalb von ein paar Jahren ausschalten.

Die Lebenshaltungskosten
Teilweise ist es hier etwas billiger als in Deutschland, wenn man sich z.B. mal die Kraftstoffpreise ansieht (1/6 von denen in Deutschland). Viele Einheimischen Produket sind auch recht günstig. Zudem kann man hier auch sehr viele Dinge kaufen die in Billigproduktion in Asien hergestellt worden sind und recht günstig zu haben, diese haben allerdings auch die Qualität von Billigprodukten. Da ich nur 6 Monate hier bin also genau das richtige, hauptsache günstig. Wenn man allerdings vernünftige Dinge kaufen möchte die auch länger als einen Monat halten bezahlt man schon vergleichbare Preise wie in Deutschland. Essen ist in meinen Augen auch günstiger als in Deutschland.

1 Comments:

  • Trinidad ist kein gutes Pflaster,keine Trauminsel.Seit 2004 steigt die Kriminalität stetig.Als Tourist glaugt man die Trinis sind sehr freundlich.Lebt man dort jedoch länger sieht man erst das wahre Gesicht der Menschen.Woher ich das alles weiss?Ich habe dort einige Jahre gelebt,was mir fast das Leben gekostet hat.

    By Blogger Richi, at 08 September, 2008 09:36  

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